Angriff der Bundesregierung auf Photovoltaik
Ost-Regierungschefs gegen schlechtere Förderung der erneuerbaren Energien
14. Mai 2008
Angesichts des schwierigen Marktumfeldes könnten gegenwärtig einige Betriebe, die erhalten werden sollten, betriebswirtschaftlich nicht mehr zurechtkommen. "Wir bitten Sie daher, bei der gegenwärtigen Degression zu bleiben", sagte Böhmer.
Auch Sachsen hat den Angaben zufolge stark von den Erneuerbaren Energien profitiert. Mittlerweile gebe es 3000 Arbeitsplätze in der Photovoltaik-Branche. In Mecklenburg-Vorpommern würden inzwischen 24 Prozent des Bedarfs aus erneuerbaren Energien gewonnen. Sachsen-Anhalt zählt mit seinen 2000 Windenergieanlagen zu den größten Windenergieerzeugern in Deutschland. Neben der Sonnen- und Windenergie gebe es auch große Anstrengungen zur Nutzung von Erdwärme oder Biomasse.
Der für den Aufbau Ost zuständige Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte zurückhaltend, der Bund wisse um die besonderen Bedingungen der Branche und ihre Möglichkeiten gerade für den Aufbau Ost. "Da ist der Kuchen noch nicht verteilt", sagte er mit Blick auf die rund 50 Prozent an Arbeitsplätzen, die in der Branche in den neuen Ländern entstanden seien. Deshalb plane der Bund "keine weitergehenden" Kürzungen.
Im derzeitigen Entwurf der Bundesregierung sind allerdings deutliche Kürzungen für die Photovoltaik vorgesehen. Hintergrund ist offenbar das Interesse der Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU), den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen in Bürgerhand zu verlangsamen, weil dadurch den großen Energiekonzernen wie RWE, E.On, EnBW und Vattenfall schrittweise das profitable Stromgeschäft entgleitet.
