Muss die Atomindustrie für ihren Müll zahlen?
Streit um Herkunft des Asse-Atommmülls
05. März 2009
Diese Fässer machten nur fünf Prozent des radioaktiven Inventars der Asse aus. Der größere Teil der Abfälle komme aus Forschungseinrichtungen.
Nach Angaben von "Panorama" verschleiere das Ministerium damit jedoch, dass diese Abfälle bei der Bearbeitung von Brennstäben aus kommerziellen Reaktoren entstanden seien.
Forschungsministerium: Keineswegs die wiederaufbereiteten radioaktiven Abfälle der Kernkraftwerke
Das Ministerium erklärte dazu, bei den genannten 70 Prozent handele es sich um Betriebsabfälle aus "Wiederaufarbeitungsaktionen" im Kernforschungszentrum Karlsruhe wie Wischtücher, Schlämme, Hülsen, Ionenaustauscherharze oder Filter. Diese Sekundärabfälle seien in der Asse eingelagert worden, "aber keineswegs die wiederaufbereiteten radioaktiven Abfälle der Kernkraftwerke selbst". Diese hätten die Energieversorgungsunternehmen zurückgenommen, behauptete das Ministerium.
Die Wiederaufarbeitung sei seinerzeit zudem "im ausdrücklichen Interesse des Bundes" erfolgt, "die dabei entstandenen Sekundärabfälle sind der öffentlichen Hand zuzuordnen".
Greenpeace: Atommüll aus Kernkraftwerken wurde in Karlsruhe "neu verpackt und etikettiert"
Nach Darstellung der Umweltschutzorganisation Greenpeace sind große Teile des Atommülls aus Kernkraftwerken im Kernforschungszentrum Karlsruhe allerdings lediglich neu verpackt und etikettiert worden.
Der Streit um die Herkunft des radioaktiven Mülls in der Asse dauert schon seit Wochen an. Hintergrund ist die Frage, wer für die Kosten der Sanierung des einsturzgefährdeten Atommülllagers aufkommt.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte kürzlich eine Beteiligung der Atomkraftwerksbetreiber verlangt. Diese lehnen das bislang ab. Die Kosten werden auf mehrere Milliarden Euro geschätzt.
