Einspeisevergütungen
Krise bei Photovoltaikanlagen auf Hausdächern
06. Juli 2010
Der Solarenergie-Förderverein Deutschland sieht in der bevorzugten Errichtung großer Photovoltaikanlagen ein Problem aus "sozialer Sicht": Wer hat Anlagen gebaut? Sind es noch Anlagen "in Bürgerhand" oder geht die Einspeisevergütung zunehmend an größere Investoren?
Die Daten zeigten, wie wenige Einfamilienhausbesitzer überhaupt noch Solaranlagen auf ihre Dächer gebaut haben. Der Grund für das Zurückbleiben der kleinen Anlagen liege "zweifellos in der Tatsache begründet, dass bei den Kleinanlagen bereits seit Januar 2009 die Einspeisevergütung nicht mehr ausgereicht hat, die Kosten für die Errichtung der Anlagen zu decken", so der Solarenergie-Förderverein.
Problematisch seien auch die Übergänge bei der Absenkung der Vergütungssätze. Beim Übergang von einem Jahr in das nächste verlängere sich zwar die Laufzeit der Einspeisevergütung um fast ein Jahr (5 Prozent) aber die Vergütung selbst sinke um mehr als 5 Prozent. Dadurch kommt es jeweils zu einem massiven Einbruch in der Nachfrage nach der Absenkung und zu einer Torschlusspanik unmittelbar vor der Absenkung.
Das ließe sich vermeiden, wenn die Vergütung um weniger als 5 Prozent sinken würde. Denn dann würden sich Verlängerung der Vergütungsdauer einerseits und Absenkung der Vergütungshöhe andererseits in etwa ausgleichen und es käme zu einer Verstetigung der Nachfrage nach Photovoltaikanlagen.
Hohe Leistungsfähigkeit der deutschen Installationsbetriebe
Die aktuellen Zahlen haben nach Auffassung des Solarenergie-Fördervereins aber auch eine positive Seite. So seien im Dezember 2009 in einem einzigen Monat, "sogar in einem Wintermonat", Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 1450 Megawatt Spitzenleistung errichtet worden. Das demonstriere "die enorme Leistungsfähigkeit der deutschen Installationsbetriebe". Das zeigt, wie schnell die Solarenergie in Deutschland vorankommen kann.
Statt diese Chance zu nutzen, will die schwarz-gelbe Bundesregierung die Vergütungssätze weiter drastisch absenken. So ist zukünftig mit 16 Prozent weniger Vergütung und ab Januar 2011 sogar mit größenordnungsmäßig 26 Prozent weniger Vergütung für Solarstrom zu rechnen. Die Bundesregierung möchte erkennbar die Konkurrenz für die Atom- und Kohlekraftwerke klein halten.
Foto: ngo-online

[nachrichten-café] Der Solarenergie-Förderverein Deutschland warnt vor einem Rückgang kleinerer Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern. Die Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom um 5 bis 6,5 Prozent zum Jahreswechsel 2008/2009 sowie um 8 bis 10 Prozent 2009/2010 sei "erheblich zu hoch ausgefallen". Daher sei es jeweils zu Jahresbeginn zu drastischen Einbrüchen bei den neu installierten Photovoltaikanlagen gekommen. Dies sei teilweise mit einer "Torschlusspanik zum Stichtag der Absenkung" erklärbar, da es im Dezember vor der Absenkung nochmals zu einem deutlichen Zugbau gekommen war. Davon unabhängig sei aber ein "bedrückender" Trend zu beobachten, wonach Kleinanlagen auf Reihenhäusern (Anlagengrößen bis 5 kWp) und auf größeren Einfamilienhäusern (über 5 kWp bis 10 kWp) gegenüber mittleren und großen Anlagen "deutlich zurückbleiben". Der Solarenergie-Förderverein beruft sich bei seiner Analyse auf aktuelle Daten der Bundesnetzagentur.