Betrug
Internet-Kriminalität
06. September 2010
Viren und andere Schadprogramme sind den Angaben zufolge die häufigste Form der Online-Kriminalität. 43 Prozent der Nutzer ab 14 Jahren hätten im laufenden Jahr Erfahrungen mit infizierten Rechnern machen müssen. 2009 seien es noch 38 Prozent gewesen, so eine Umfrage. "Schadprogramme können nicht nur Rechner lahmlegen, sondern spähen vermehrt digitale Identitäten aus", warnte Kempf.
3,5 Millionen Bürgerinnen und Bürgern wurden laut BKA schon einmal persönliche Zugangsdaten gestohlen. "Betrüger haben es auf Benutzernamen und Codes für Shops und Auktionshäuser, Communitys, Foren und E-Mail-Konten abgesehen", so BKA-Chef Ziercke.
Jeder 20. Nutzer hat laut Bitkom durch Datendiebstähle oder Schadprogramme bereits Geld verloren. Mehr als jeder zehnte sei bei Internet-Geschäften betrogen worden, zum Beispiel bei Bestellungen, Auktionen oder einem privaten Verkauf.
Mittlerweile sind offenbar auch sogenannte Smart-Phones Ziel krimineller Angriffe. Auf einigen dieser meist internet-tauglichen Funktelefone wurden bereits Spiele-Anwendungen beobachtet, die im Hintergrund unerkannt teure Kurznachrichten verschickten.
Foto: PhotoCase.com

[nachrichten-café] Internet-Nutzer müssen sich nach Auffassung des Bundeskriminalamtes (BKA) und des Branchenverbandes Bitkom besser gegen Kriminalität wappnen. Sie warnen besonders vor neuen Formen des Betrugs. "Kriminelle kapern vermehrt Rechner argloser Nutzer, um Straftaten zu begehen und dabei möglichst unerkannt zu bleiben", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke auf einer Pressekonferenz am 6. September in Berlin. Darum sei die aktive Mitwirkung der Internet-Nutzer im "Kampf gegen Internet-Kriminalität" immer wichtiger. "Immer noch surft jeder Fünfte ohne Virenschutz, und es gibt weiter Aufklärungsbedarf zum Umgang mit persönlichen Daten", so Dieter Kempf vom Internet-Verband Bitkom.