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Uranbergbau

"YELLOW CAKE"

09. Dezember 2010

[nachrichten-café] Am 13. Dezember kommt der Film "Yellow Cake" in die Kinos, der mit der "Lüge von der sauberen Energie" aufräumen will. Der Streifen des Dokumentarfilmers Joachim Tschirner handelt vom Abbau des für Atomkraftwerke und Atomwaffen benötigten Rohstoffes Uran. Es geht um die Folgen des ehemaligen sowjetisch-ostdeutschen DDR-Konzerns Wismut sowie um die derzeit größten Uranminen der Welt in Namibia, Australien und Kanada. "Die Produktion von Yellowcake ist in vielen Förderländern mit einer ernsthaften Bedrohung für Gesundheit und Umwelt verbunden", kritisiert die Vorsitzende der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW, Angelika Claußen.

Am besten dokumentiert sei das für den Uranbergbau in Deutschland. Seit 20 Jahren betreibt die Wismut GmbH in Deutschland ein milliardenschweres Sanierungskonzept, um hochgiftige und radioaktive Abfällen vom ehemaligen Uranbergbau in Thüringen und Sachsen zu bewältigen. Nach Wismut-Angaben wurden bis Ende 2009 rund 5,3 Milliarden für die Sanierung ausgegeben.

Lungenkrebs

Das Lungenkrebsrisiko der etwa 400.000 ehemaligen Bergarbeiter aus den Uranminen der DDR ist bis heute deutlich erhöht. Das hatte 2006 die weltweit größte Studie zu diesem Thema mit rund 59.000 ehemaligen Uranbergbauarbeitern der deutsch-sowjetischen Wismut AG ergeben.

Nach Angaben des Präsidenten der Gesellschaft für Strahlenschutz, Sebastian Pflugbeil, gab es 2008 bereits 8900 anerkannte Fälle von Lungen- bzw. Bronchialkrebs. Lungen- bzw. Bronchialkrebs endeten fast immer tödlich. Schätzungsweise 6000 bis 7000 weitere Fälle würden noch hinzugekommen, bei 15.000 liege eine Staublunge beziehungsweise Silikose vor, so Plugbeil.

Leberkrebs, Magenkrebs, Lymphome, Leukämie

Auch weitere wissenschaftliche Studien kamen laut IPPNW zum Ergebnis, dass Uran und bei Abbau und Verarbeitung freiwerdende andere toxische Substanzen Bergleute, Beschäftigte in der Uranindustrie und die Bevölkerung krank machen. "Aus Uran entsteht im Rahmen der Zerfallsreihe das radioaktive Radongas, das vor allem Lungenkrebs, aber auch andere Krebsarten, wie Leberkrebs, Magenkrebs, Lymphome, Leukämie und andere Bluterkrankungen erzeugt", so Claußen. "Auf die Niere wirkt es als Metall toxisch und verursacht schwere Nierenschäden." Am Embryo könne es zu Fehlbildungen, erhöhter Säuglingssterblichkeit, Totgeburten und Down-Syndrom führen.

Heilige Stätten

In den Produzentenländern sei es zumeist die indigene Bevölkerung, die den direkten Folgen des Uranabbaus ausgesetzt ist. Neben den gesundheitlichen Risiken gebe es gravierende Auswirkungen auf ihre Kultur und Religion, weil der Abbau teilweise an Stätten erfolge, die der indigenen Bevölkerung heilig sind.

Betroffen von dieser Entwicklung sind laut Claußen beispielsweise die Tuareg in Niger, die Uraon in Indien, die Navajos und die Lakotas in den USA und die Aborigines in Australien.

Die IPPNW fordern eine Ächtung des Uranbergbaus, den Ausstieg aus der Atomenergie und die Abschaffung aller Atomwaffen.

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