Elektronische Gesundheitskarte | E-Card
Die elektronische Gesundheitskarte (eGK), auch E-Card genannt, ist eine in der Einführung befindliche Patienten-Karte, die den Zugriff auf zentral gespeicherte sensible Patientendaten ermöglichen soll.
Nachrichten zum Thema
Ärzte und Versicherungen unter Druck
Zwang zur elektronischen Gesundheitskarte
Mit den Stimmen von Union und FDP hat der Deutsche Bundestag am Freitag (12. November) klammheimlich Zwangsmaßnahmen zur Einführung der "elektronischen Gesundheitskarte" (eGK) beschlossen. Mit dem GKV-Finanzierungsgesetz werden die Krankenkassen genötigt, bis Ende 2011 mindestens zehn Prozent ihrer Mitglieder mit einer elektronischen Gesundheitskarte auszustatten, die auch als E-Card bekannt ist. Setzen sie das nicht um, dann sollen ihnen zwei Prozent der Verwaltungskosten gekürzt. Schon im Juni wurden die Ärzte dazu verpflichtet, sensible Patientendaten auf einen zentralen Rechner zu übertragen. Ärzte, die sensible Patientendaten nicht weitergeben wollen, müssen offenbar mit einem Verlust des kompletten Honorars rechnen. Die Ärzteschaft bezeichnete dieses Vorgehen als "Online-Patientenkontrollstelle". Mittlerweile stehen neben Ärzteorganisationen sogar der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen der Gesundheitskarte skeptisch gegenüber.
"Gläserner Patient"
E-Card klammheimlich eingeführt
Nach Einschätzung der kritischen Ärzteorganisation IPPNW hat der Deutsche Bundestag am 18. Juni klammheimlich die gesetzlichen Voraussetzungen für den "gläsernen Patienten" geschaffen. Die Koalition führe die Elektronische Gesundheitskarte (E-Card) durch die Hintertür ein, verklausuliert hinter dem bürokratischen Ausdruck der "verpflichtenden Stammdatenabgleichung", so die Kritik. Diese sei verbunden mit einer Online-Abgleichung der bei den Krankenkassen gespeicherten Daten und ermögliche dadurch "die unmittelbare Kontrolle der Arzt-Patienten-Beziehung". Erst drei Tage vor der Abstimmung über das "Gesetz zur Änderung krankenversicherungsrechtlicher und anderer Vorschriften" habe der Ausschuss für Gesundheit noch "die verdeckte E-Card-Verpflichtung" eingefügt.
"Unwürdige Salami-Taktik"
Ärzteorganisation IPPNW kritisiert Elektronische Gesundheitskarte
Die Ärzteorganisation IPPNW kritisiert die am 12. Dezember 2008 durchgeführte Erst-Installation eines Lesegerätes im nordrhein-westfälischen Düren für die neue "elektronische Gesundheitskarte". IPPNW-Vorstand Matthias Jochheim empfiehlt den ärztlichen Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, "dem Beispiel der Bremer Hausärzte zu folgen und die Anschaffung von Lesegeräten für diese aus datenschutzrechtlichen Gründen hochgefährliche Technologie abzulehnen." Es gebe keine rechtliche Handhabe, die Installation der neuen Lesegeräte in den Praxen zu erzwingen, meint Jochheim.
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