Sinti und Roma
Nachrichten zum Thema
Auschwitz & Dachau
Kompromisse beim Denkmal für Sinti und Roma
Die Bundesregierung und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma beendeten offenbar den Streit um das in Berlin geplante Denkmal für die von den Nationalsozialisten ermordeten Sinti und Roma. Die deutsche Bundesregierung verzichtet bei der Inschrift jetzt offenbar auf den Begriff "Zigeuner", der vom Zentralrat als "diffamierend" abgelehnt worden war. Weiterer Streit hatte sich an einem Zitat von Alt-Bundespräsident Roman Herzog entzündet. Herzog hatte darin die Verbrechen an den Sinti und Roma mit dem Holocaust gleichsetzt. Dieses Zitat soll jetzt nicht als Inschrift am Monument, sondern auf ergänzenden Tafeln zu sehen sein - ebenso wie eine Chronologie des Völkermordes an den Sinti und Roma. Außerdem sollen Vernichtungsorte wie Auschwitz und Dachau aufgeführt werden.
..mehr"Auschwitz-Erlass"
Bundesrat gedachte der Verfolgung der Sinti und Roma
Der Bundesrat hat in einer Schweigeminute an die Verfolgung der Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten erinnert. "Der Völkermord an den Sinti und Roma darf und soll nicht vergessen werden", sagte Bundesratspräsident Peter Harry Carstensen am Mittwoch in der Länderkammer in Berlin. Carstensen erinnerte daran, dass mit dem so genannten "Auschwitz-Erlass" vom 16. Dezember 1942 und den daraufhin einsetzenden Deportationen die Nationalsozialisten den Versuch einleiteten, die deutschen und europäischen Sinti und Roma vollständig zu vernichten. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 500.000 Sinti und Roma dem systematisch geplanten Völkermord zum Opfer fielen.
..mehrFestakt in Auschwitz
Gedenken an ermordete Juden, Polen, Roma und sowjetische Kriegsgefangene
Rund 2000 Überlebende und mehr als 40 Staats- und Regierungschefs gedenken am Donnerstag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee vor 60 Jahren. Die Todesfabrik ist für die ganze Welt zum Symbol für Terror, Völkermord und Holocaust geworden. Im polnischen Auschwitz-Birkenau ermordeten die Nazis nach unterschiedlichen Schätzungen 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen, der Großteil der Opfer waren Juden. Die meisten Häftlinge wurden von Februar 1942 bis November 1944 in fabrikmäßig betriebenen Gaskammern mit Zyklon B umgebracht. Unter den Opfern waren Historikern zufolge auch mehr als 140 000 Polen, rund 20 000 Roma und Sinti, über 10 000 sowjetische Kriegsgefangene und 10 000 bis 20 000 politische Häftlinge, Homosexuelle und überzeugte Christen.
..mehr22. bis 25. Mai
Europäisches Musikfestival der Sinti und Roma in Berlin
Mehr als 100 Künstler aus 25 Ländern werden zum Europäischen Festival der Musik der Roma und Sinti in Berlin erwartet. Es findet unter dem Motto "Amen avas kethane" ("Wir kommen zusammen") vom 22. bis 25. Mai im Haus der Kulturen der Welt statt. Anlass seien zwei "für das Volk der Roma und Sinti wichtige historische Ereignisse", teilte der Romano Rat in Berlin am Dienstag mit: der 60. Jahrestag der Errichtung des "Zigeunerlagers" in Auschwitz-Birkenau und der 50. Todestag des Jazz-Gitarristen Django Reinhardt (1910-1953).
..mehrHolocaust
Sinti und Roma noch immer benachteiligt
Anlässlich des Internationalen Tages der Roma fordert die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl ein Bleiberecht für die langjährig in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Roma-Flüchtlinge aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien. Die Organisation schließt sich damit dem unter anderem von Paul Spiegel, dem Präsidenten des Zentralrates der Juden, unterzeichneten Berliner Appell an. Der Berliner Appell verweist auf die besondere historische Verantwortung Deutschlands gegenüber den 500.000 Opfern des Holocaust unter den europäischen Sinti und Roma. Die Situation ihrer Nachkommen sei in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien besonders prekär, so die Menschenrechtsorganisation.
..mehrAuszahlung durch UN-Organisation ungünstig
Sinti und Roma kritisieren Benachteiligung bei NS-Zwangsarbeiter-Entschädigung
Sinti und Roma fühlen sich bei der Entschädigung für NS-Zwangsarbeit gegenüber jüdischen Überlebenden benachteiligt. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma wies am Dienstag in Heidelberg auf die unterschiedlichen Modalitäten bei der Zwangsarbeiterentschädigung hin. So hätten die Jüdische Claims Conference und die osteuropäische Partnerorganisation der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" im vergangenen Jahr an ihre Antragsteller schon jeweils rund 5113 Euro (10 000 Mark) ausgezahlt. Es handele sich dabei um die erste Rate der gesetzlich vorgesehenen bis zu 7669 Euro (15 000 Mark). Dagegen hätten die deutschen Sinti und Roma zunächst nur die Hälfte dieses Betrages erhalten sollen, kritisierte der Zentralratsvorsitzende Romani Rose.
..mehrAtomkraftgegner und Sinti/Roma
Karlsruhe bestätigt Strafurteile gegen Blockierer
Das Bundesverfassungsgericht bestätigt in mehreren Fällen die Verurteilung von Teilnehmern von Sitz- und Autobahnblockaden wegen Nötigung. Die Karlsruher Richter verwarfen in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss zum einen die Verfassungsbeschwerden von zwei Frauen, die im Juni 1986 die Zufahrt zum Gelände der damals geplanten und 1989 gestoppten Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) in Wackersdorf blockiert hatten. Dabei hatten sich 25 bis 30 Teilnehmer einer Aktionsgruppe mit Metallketten an das Haupttor des WAA-Geländes gekettet.
..mehrHessen vorn
Sinti und Roma fordern Anerkennung ihrer Minderheitensprache
Die schätzungsweise 70.000 in Deutschland lebenden Sinti und Roma fordern die bundesweite Anerkennung ihrer Minderheitensprache Romanes. Bislang sei Romanes nur in Hessen als Sprache anerkannt, kritisierte der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, in Heidelberg. Er nannte es "Diskriminierung pur", dass die Minderheitensprache in den übrigen Bundesländern noch nicht anerkannt sei. "Immerhin ist die Sprache wichtiger Bestandteil der kulturellen Identität", fügte Rose hinzu.
..mehrAuschwitz
Ständige Ausstellung dokumentiert NS-Verbrechen an Sinti und Roma
Eine ständige Ausstellung, die den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma dokumentiert, wird am 2. August im Staatlichen Museum Auschwitz eröffnet. Das Ausstellungsvorhaben sei mit Hilfe des Bundes und der Länder, der polnischen Regierung, der Europäischen Union sowie der deutschen Industrie über einen Zeitraum von drei Jahren realisiert worden, teilte das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma am Donnerstag in Heidelberg mit. Die Dokumentation sei "ein wichtiges Ergebnis des jahrzehntelangen Kampfes gegen das Verdrängen und Verleugnen" der Verbrechen an den Sinti und Roma. Der Tag der Ausstellungseröffnung erinnert an den 2. August 1944, als in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau noch 3.000 Sinti und Roma ermordet wurden.
..mehrHolocaust-Denkmal
Sinti und Roma übergeben Unterschriften
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat am Dienstag seine Unterschriftenliste zur Errichtung eines Holocaust-Denkmals übergeben. 4.156 Bürger unterstützen den "Internationalen Appell für die Errichtung des Holocaust-Denkmals beim Reichstag für die ermordeten Sinti und Roma", den der Verband der Vorsitzenden des Innenausschusses im Bundestag, Ute Vogt (SPD) und dem Berliner Bürgermeister Klaus Böger (SPD) überreichte. Unter den Unterzeichnern des Appell sind 2.124 deutsche Sinti und Roma.
..mehrAntikriegstag
Gewerkschaftsbund legt Forderungen für eine Anti-Kriegs-Politik vor
Anlässlich des bevorstehenden Anti-Kriegstages am 1. September rief der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zu einer "präventiven Friedenspolitik" als eine "Kernaufgabe der Vereinten Nationen" auf. Die Bundesrepublik Deutschland müsse innerhalb der internationalen Staatengemeinschaft die Ächtung aller Massenvernichtungswaffen - von Landminen bis zur Atomtechnologie - durchsetzen. Waffenlieferungen in Krisen- und Kriegsgebiete sind nach Auffassung des Gewerkschaftsbundes "unmoralisch und gewissenlos". Der internationale Waffenhandel müsse "einem noch strikteren" Kontrollregime unterworfen werden. Statt militärische Konflikte zu ideologisieren, müssten Kriegsursachen aufgedeckt und vorbeugend bekämpft werden. Die Überwindung von Armut, sozialer Ausbeutung, politischer, kultureller, religiöser und sexueller Diskriminierung sei daher die Grundlage ziviler Konfliktlösung. Die Friedensbewegung diskutiert unterdessen die Frage, ob sie eine Wahlempfehlung abgibt oder nicht.
..mehr27. Januar 1945
Das Konzentrationslager Auschwitz wurde vor 60 Jahren befreit
Ein Bild des Grauens bot sich den sowjetischen Soldaten, die am 27. Januar 1945 bei ihrem Vormarsch in Richtung Berlin das deutsche Konzentrationslager Auschwitz bei Krakau in Polen befreiten: Riesige Gaskammern und Krematorien, vor dem Herannahen der Roten Armee gesprengt, kündeten von einem in der Welt einmaligen Vernichtungslager der Hitler-Diktatur, vom größten Völkermord der Weltgeschichte.
..mehrInterview mit Dr. Winfried Wolf
"Die Bundesregierung will sich an der Neuaufteilung der Welt beteiligen"
Das Gespräch mit Dr. Winfried Wolf bildet den Auftakt einer Reihe von Interviews von ngo-online über den Irak-Krieg. Winfried Wolf ist Journalist und Buchautor. In den Jahren 1994 bis 2002 war er Bundestagsabgeordneter. Für Wolf ist dieser Krieg ein Schritt in der "Neuaufteilung der Welt" durch die führenden Wirtschaftsnationen. Die deutsche und die französische Position gegen diesen Krieg entspringe "nicht friedlichen Absichten". Sie sei ebenso von wirtschaftlichen Interessen und geostrategischen Zielen geleitet wie die US-amerikanische und die britische. Die Außenpolitik Deutschlands und Europas sei "eindeutig militärisch orientiert". Schröder und Chirac hätten "demonstrativ" an der Gründung des europäischen Rüstungskonzerns EADS teilgenommen, dessen größter Einzelaktionär DaimlerChrysler ist. Winfried Wolf schrieb 1999 das Buch "Bombengeschäfte" über den Kosovo-Krieg, 2002 erschien im Konkret Literatur Verlag das Buch "Afghanistan - der Krieg und die neue Weltordnung". Im Juni 2003 erscheint im selben Verlag sein Buch "Sturzflug in die Krise. Die Weltwirtschaft. Das Öl. der Krieg". Wolf ist auch einer der Herausgeber der "Zeitung gegen den Krieg".
"Teufelskreis"
Roma-Kinder werden in Deutschland laut UNICEF diskriminiert
Kinder aus Roma-Familien werden nach Darstellung des Kinderhilfswerks UNICEF auch in Deutschland nach wie vor benachteiligt. "Roma-Kinder müssen die Chance bekommen, den Teufelskreis aus Armut, Ausgrenzung und Vorurteilen zu durchbrechen", forderte UNICEF-Vorstandsmitglied Reinhard Schlagintweit am Montag in Berlin. Ablehnung, Frustration und Aggression könnten sich ansonsten "aufschaukeln". Die sozialen und politischen Folgekosten wären "enorm".
..mehrRoma-Flüchtlinge
Roma besetzen Grünen-Büro im Berliner Abgeordnetenhaus für Bleiberecht
Serbische Roma aus Berlin haben nach der Besetzung der PDS-Zentrale am Donnerstag das Büro der Grünen Partei im Berliner Abgeordnetenhaus besetzt. Sie fordern Schutz vor Abschiebung in die früheren jugoslawischen Teilrepubliken. In einer Erklärung heißt es: „Von dort sind wir vor Krieg und Not geflohen. Dort werden Roma jeden Tag diskriminiert und verfolgt. Es geht ihnen noch schlechter als den anderen Menschen. Jetzt will man uns mit Zwang, mit Gewalt dorthin zurückbringen!“
..mehrInnenministerkonferenz in Bremen
Pro Asyl fordert von Innenministern Abschiebestopp für gefährdete Flüchtlinge
Anlässlich der Innenministerkonferenz am Donnerstag in Bremen appelliert Pro Asyl, tragfähige Lösungen. Kurzatmige Abschiebestoppregelungen seien keine Perspektive. Sie würden weder der Situation in den Herkunftsländern noch der erfolgten Integration vieler Flüchtlinge gerecht. Besonders für einen Flüchtlinge aus Afghanistan sei ein sicherer Aufenthaltsstatus nötig, zudem ein Abschiebestopp für Flüchtlinge aus Tschetschenien, ein Schutz für Minderheiten aus dem Kosovo und ein Bleiberecht für langjährig in Deutschland lebende Roma.
..mehrAbschiebung
80 Roma besetzen Berliner PDS-Zentrale
Seit Montag, dem 18.11.2002 ist das Karl-Liebknecht-Haus, der Landesverband der PDS Berlin von Roma aus Serbien besetzt. Die Gruppe "Amen acas kate" (Wir bleiben hier) erklärte zu ihrer Aktion: "Uns droht die Abschiebung nach Jugoslawien. Die PDS ist in der Berliner Regierung. Die PDS hat mitbeschlossen, dass Roma in Berlin ein Bleiberecht erhalten sollen. Die PDS hat nicht verhindert, dass Innensenator Körting und seine wildgewordene Ausländerbehörde weiterhin unsere Menschen abschieben. Dabei trennen sie Familien, schieben Kranke ab, und es ist ihnen gleichgültig, was uns dort erwartet.“ Am Mittwoch Mittag fand ein Gespräch des Berliner Innensenators Körting mit den Besetzern statt. Das Antirassistische Bündnis begleitete es mit einer Kundgebung, die das Anliegen der Roma unterstützt.
..mehrKein öffentliches Interesse an Strafverfolgung
Kein Verfahren gegen Leni Riefenstahl
Regisseurin Leni Riefenstahl bleibt von einem Strafverfahren wegen Volksverhetzung verschont. Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main verfügte mit Zustimmung des Gerichts, von einer Strafverfolgung abzusehen, wie die Behörde am Freitag mitteilte. An einer weiteren Strafverfolgung bestehe laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft, Job Tilmann, kein öffentliches Interesse.
..mehrVENRO-Positionspapier
Entwicklungspolitische und humanitären NGO
ngo-online dokumentiert das Positionspapier des Verbandes Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen VENRO) mit dem Titel "Warum die entwicklungspolitischen und humanitären Nichtregierungsorganisationen gegen einen NATO-Einsatz in Mazedonien sind".
..mehrAntidiskriminierungsgesetz geplant
Weltkonferenz gegen Rassismus will Aktionsprogramm verabschieden
Im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit will die UN-Weltkonferenz Anfang September in Durban eine politische Deklaration und ein Aktionsprogramm verabschieden. Rassendiskriminierung und Ausländerfeindlichkeit hätten an Aktualität gewonnen, sagte UN-Sprecher Teferra Shiawl-Kidanekal am Dienstag in Berlin. Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sagte, die Staatengemeinschaft müsse dafür eintreten, "dass die Prinzipien der Menschenwürde und der gleichen Rechte überall auf der Welt eingelöst werden".
..mehrJahrestag
Letzte Todesurteile in Deutschland vor 50 Jahren vollstreckt
Der Henker waltete trotz heftiger Proteste seines Amtes: Am 7. Juni 1951 wurden im Gefängnis von Landsberg am Lech (Oberbayern) die letzten von den westlichen Alliierten verhängten Todesurteile gegen sieben Nazi-Verbrecher vollstreckt. Der amerikanische Oberste Gerichtshof hatte zuvor in dritter Instanz eine Berufung, die auf die in der Bundesrepublik abgeschaffte Todesstrafe pochte, abgelehnt. Ein Aufschub-Appell von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) wurde von US-Hochkommissar John McCloy zurückgewiesen.
..mehrBosnien-Herzegowina
Bürgerkriegsflüchtlinge dürfen weitere zwei Jahre bleiben
Erwerbstätige Flüchtlinge aus Bosnien-Herzegowina und Jugoslawien einschließlich des Kosovo dürfen zunächst für weitere zwei Jahre in Deutschland bleiben. Darauf verständigten sich die Innenminister von Bund und Ländern am Donnerstag auf ihrer Frühjahrstagung im Harzort Schierke. Viele Flüchtlinge seien bereits seit Jahren in Deutschland sozial und wirtschaftlich integriert, sagte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Sachsen-Anhalts Ressortchef Manfred Püchel (SPD). "Bei ihrer Rückkehr müssten diese Personen eine eigenständig geschaffene und gesicherte Lebensgrundlage aufgeben", betonte er. Auch eine Verlängerung der zweijährigen Aufenthaltserlaubnis sei möglich.
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