Volkswagen AG
Die Volkswagen Aktiengesellschaft (VW AG) mit Sitz in Wolfsburg ist der größte Automobilhersteller Europas. Ursprung des heutigen Konzerns ist die von der NS-Organisation "Kraft durch Freude" am 28. Mai 1937 in Berlin gegründete Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH (GeZuVor).
Heute gehören dem Automobilkonzern die Marken Audi, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Seat, Škoda, Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge und Scania.
Hartz-Skandal - oder: Das "System Volkswagen"
Vor einigen Jahren wurde ein gigantischer Korruptions-Skandal öffentlich, der so genannte "Hartz-Skandal". Vom "System Volkswagen" war die Rede. In Wolfsburg grassierte die Angst. Involviert in den Skandal war auch die IG Metall.
Das wirtschafts-freundliche Nachrichtenmagazin Focus-Online schrieb dazu am 23.07.2005:
""Wir sind ohnmächtig", sagt OB Rolf Schnellecke, 61. "Überall Misstrauen. Es ist unbegreiflich, was bei VW passiert ist." Ein Autostädter, der sich bisher nichts dabei dachte, dass Landespolitiker gleichzeitig ein VW-Gehalt beziehen, grübelt: "Wir brauchen in Wolfsburg leider manchmal Nachhilfe in Demokratie. Und die kann nur von außen kommen." Die Gewerkschaft kritisieren die meisten Wolfsburger nur unter der Hand."
Hauptfigur im VW-Skandal, bei dem es um um Schmiergeld und Prostitution ging, war Peter Hartz. Es handelt sich um denselben Peter Hartz, der die als Armutsprogramm kritisierte Arbeitsmarktreform "Hartz IV" quasi "erfunden hat.
Vor dem Landgericht Braunschweig wurde dem 65 Jahre alten Hartz laut "Spiegel Online" (17.01.2007) in 44 Fällen besonders schwere Untreue und dazu Begünstigung eines Betriebsrates vorgeworfen. Es ging unter anderem um den Vorwurf, Hartz habe mit Millionenzahlungen das Wohlwollen von Betriesbratschef Klaus Volkert erkauft, der zugleich VW-Aufsichtsratsmitglied war. Die Staatsanwaltschaft sprach von unrechtmäßiger Begünstigung eines Mitgliedes des Betriebsrates "um seiner Tätigkeit willen". Gewerkschafter Volkert soll allein auf Veranlassung von Hartz fast zwei Millionen Euro an Sonderzahlungen erhalten haben.
Mit Hilfe eines umstrittenen Deals - er legte vor dem Landgericht ein Geständnis ab - entging Topmanager Peter Hartz dem Gefängnis. Der Verteidiger von Hartz bestätigte die Millionenzahlungen. "Mit den Sonderbonusgeldern, ungerechtfertigten Spesen und mehr wollte Hartz "Volkert im Boot halten", sagte der Anwalt. Auch hohe und ungerechtfertigte Honorare für die brasilianische Geliebte von Volkert räumte Hartz ein ("Spiegel Online" 17.01.2007).
Seine Vorstandskollegen wie auch Konzernchef Ferdinand Piëch sollen von all dem nichts gewusst haben, behauptete Hartz vor dem Landgericht.
Peter Hartz kam billig davon. Gleich am ersten Prozesstag vor dem Landgericht Braunschweig einigten sich Hartz, Staatsanwaltschaft und Richter auf eine Bewährungsstrafe von höchstens zwei Jahren ("Spiegel Online" 17.01.2007).
Den auf den Zuschauerbänken im Gerichtssaal anwesenden "Hartz IV-Empfängern" fiel es laut "Spiegel Online" (17.01.2007) sichtlich schwer, ruhig zu bleiben, als das Strafmaß bekannt wurde. Dass der Ex-VW-Personalvorstand so billig davon kommen sollte, dafür hatten die Männer und Frauen der Arbeitsloseninitiative kein Verständnis. Ihn machten sie für die Einschnitte der Hartz-Gesetze verantwortlich. "Hartz hinter Gitter", diese Forderung haben sie Hartz auf einem Plakat beim Eintreffen vor dem Braunschweiger Landgericht entgegen gehalten, ihn als Lump bezeichnet und ihre Wut ins Gesicht geschrien.
Zum System Volkswagen gehörte offenbar auch, dass Spitzenmanager dafür sorgten, dass bestimmte Personen Lohn bezogen, ohne dafür zu arbeiten. So heißt es etwa bei "Welt Online" am 25.01.2008:
"Die Freundin des wegen der Volkswagen-Affäre angeklagten Ex-Managers Klaus-Joachim Gebauer ist offenbar auf dessen Betreiben hin bei der VW-Repräsentanz in Berlin angestellt worden, dort aber niemals zur Arbeit erschienen. Das sagten Zeugen im Prozess gegen Gebauer und den ehemaligen Betriebsratschef Klaus Volkert vor dem Landgericht Braunschweig aus."
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